Debitel und die ewige Frage, ob’s noch schlimmer kommen kann — Teil 1
28. August 2011
Wohin ein defektes Telefon, schlechte Sprachkenntnisse, ein Händler der dies ausnutzt und ein sturer Telekommunikationskonzern führen können, behandeln die nächsten Artikel.
Seit über einem Jahr wird seitens der Verbraucherin und Ihrer Bevollmächtigten versucht, eine gütliche Lösung zu erreichen. Doch Debitel beharrt auf seinem Standpunkt und führt das Vertragsverhältnis durch sämtliche Eskalationsstufen. Ist nun aber ein Schlusspunkt in Sicht?
Alles fing damit an, dass eine Debitel-Kundin ihr defektes Mobiltelefon bei einem Händler reklamieren wollte. Dieser erkannte den Reklamationsfall jedoch nicht an und im Nichtwissen, dass hier tatsächlich eine solche aber vorlag, ging die Kundin auf das Angebot des Händlers ein, ein neues Endgerät für 5 Euro monatlich zu erhalten. Allein: Eine Vertragskopie erhielt sie nicht, da die Kundin sich nicht über einen Ausweis legitimieren konnte.
Später stellte eine Bekannte der Kundin, die sogleich ihre Bevollmächtige in vielen Vertragsangelegenheiten ist, auf den Kontoauszügen und Telefonrechnungen fest, dass ein zweiter Mobilfunkvertrag abgeschlossen wurde. Sofort nach Entdeckung widersprach sie daher am 10. Mai 2010 per Fax und mit Vollmacht den Rechnungen sowie der weiteren Rufnummer und bat um Zusendung einer Kopie dieses unbekannten Vertrages. Dies löste jedoch eine unerwartete Lawine aus.
Direkt am 11. Mai 2010 folgten zwei Schreiben [1, 2] von Debitel. Beide bestätigten eine Kündigung zum 29. Februar 2012. Darüber hinaus war der Inhalt eines der Schreiben in keinster Weise nachvollziehbar. Man bedankte sich für das Schreiben der Bevollmächtigen und bestätigte darüber hinaus: „Den Antrag zur Bestellung der Rufnummer […] haben wir für Sie beantragt.“ Bitte was? Derjenige, der diesen Satz versteht, möge bitte die Kommentarfunktion nutzen! Am 14. Mai 2010 folgte dann Schreiben Nummer 3 von Debitel. In diesem wird behauptet, dass eine Vertragskopie ausgehändigt wurde und dass die Archivierung im Hause Debitel eine Kopieerstellung ausschließt. Außerdem besteht kein Rechtsgrund für eine erneute Übersendung.
Angesichts dieser sehr zufriedenstellenden Bearbeitung des Anliegens der Bevollmächtigten, unternahm diese am 21. Mai 2010 einen erneuten Versuch, Debitel den Sachverhalt zu erklären. Gleichzeitig wurde die Lastschrifterlaubnis entzogen. Weiter wurde mit Schreiben vom 25. Mai 2010 detailliert erläutert, welche Beträge der Rechnungen unstreitig sind und daher nach einer Rückbuchung erneut an Debitel überwiesen wurden.
Geholfen hat das … nichts. Denn am 16. Juni 2010 buchte Debitel trotz entzogener Lastschrifterlaubnis alle offenen Beträge vom Konto der Kundin ein. Um Erklärung bittend, wandte sich die Bevollmächtigte am 21. Juni 2010 erneut an Debitel.
Geholfen hat auch das … nichts. Um nochmals alles zu erläutern und um Debitel darauf aufmerksam zu machen, dass die Kundin in bisher allen Schreiben seitens Debitel falsch angeschrieben wurde, schrieb die Bevollmächtigte am 6. Juli 2010 wieder an Debitel. Auch wurde gefragt, warum die letzten Schreiben und der Entzug der Lastschrifterlaubnis ignoriert wurden.
Endlich bewegt sich Debitel und sendet am 8. Juli 2010 eine SMS an die Kundin. Sie möge sich bitte melden, um eine Sperrung der Karte zu verhindern. Aufgrund der geringen deutschen Sprachkenntnisse riet die Bevollmächtigte der Kundin von einem Rückruf ab. Stattdessen wurde am gleichen Tag per Fax geantwortet und darum gebeten, die Sperrung auszusetzen. Abschließend wurde ein Brief an ein Vorstandsmitglied angekündigt.
Und endlich antwortet Debitel schriftlich!
Mehr hierzu im nächsten Teil!
Der Sebastian

Kommentar schreiben